Ewiger Urlaub

Es gibt wunderschöne Zahnbürsten aber keine Badeanzüge. Die Häuser sind wunderschön holzig und Kitschi und in Bonbonfarben angemalt. Die Häuser die ich bisher gesehen habe, haben wunderschöne Hintergärten in denen es wild wuchernd grünt und blüht. Es fühlt sich eine bisschen an wie das Schlaraffenland, die Avocados sind reif und an jeder Ecke ist ein Farmer’s market. Die Leute sind hier ein bisschen im organical craze und Receycling ist auch eine ganz wicthtige Sache, und jeder kleine Laden hat Bio-Kartoffelchips. Alles ist ein bisschen zuckriger, sogar die Himbeer-Vinaigrette und vieles ein bisschen fettiger mit Extra-Butter obendrauf, die Butter, die weiß ist obwohl von der Kuh.
San Francisco ist schon ganz schön Kalifornien (Klischee), das Leben ist eher draußen als drinnen, zumindest tagsüber. Um SF herum ist ganz viel wunderhübsche Natur, natürlich das Meer, aber auch die wine area ist großartig. Hier muss man outdoor activities unternehmen, sonst fehlt was, glaube ich. Wenn ich durch SF laufe oder fahre, und mich mal zufällig umdrehe, habe ich ganz oft einen ganz pittoresken Ausblick, auf das Meer oder die ewig lange Straße, an deren Ende ich die Golden Gate Brücke im Nebel sehe; das ist der Vorteil der schnurgeraden Straßen, die hoch und runter gehen.
Es gibt hier ganz viel Straßengemälde, einige haben mich sehr an den Stil erinnert, der an der Brunnesntraßen Fassade zu sehen ist.
Nach fünf Wochen hier, bin ich wirklich in vielen, vielen Straßen gewesen und groß ist das hier halt auch einfach nicht. Ich freue mich auf die letzten Tage hier und fühle mich ganz inspiriert, hier ist schon einiges an DIY Zeugs zu sehen und hören. Vor allem die Offenheit und Freundlichkeit ist ziemlich erfreulich, ich fühle mich so willkommen.
Am WE habe ich noch einmal für einen Tag ein Auto und fahre in den Norden Russian Valley und Sonoma, wenn ich beides hinkriege, langsames mit dem Auto dahindümpeln durch Weinberge und Hügel, denn in dieser Pampa fährt tatsächlich nur 2 mal am Tag ein Bus. Nächste Woche geht es dann für 2 Tage nach San Diego und danach nach NY.
New York werden leider nur fünf Tage sein und ich bin schon sehr gespannt.

Es ist die DDR!

Gestern hat ganz unerwartet mein Badeanzug seinen Geist aufgegeben, und da eine meiner Tagesroutinen schwimmen gehen ist, musste also ganz schnell Ersatz her. Ich habe mich dann heute überwunden und bin in die schrecklichen Shopping Malls gegangen und dachte mir in einem ADIDAS GESCHÄFT kriege ich einen Badeanzug -weit gefehlt! Auch Puma konnte mir nicht weiterhelfen, Nike no, … . Begründung: Die Saison wäre zu Ende. Ich habe etwas die Contenance verloren und nachgebohrt ob den Adidas nicht eine Sprotmarke wäre, usw. Mir wurde trotzdem „a good one“ gewünscht und ich wurde in ein wirkliches Sportgeschäft geschickt. Dort habe ich dann auch einen bekommen, aber auch das waren die letzten Reste. Ich bin noch immer nicht drüber weg, weil hier doch alles draußen ist und sonne und california, und beach und sonne und meer und california, und BADEANZÜGE! BTW: Ich durfte heute 10 Minuten eher zum lap-Schwimmen rein, es war eine große Ehre.

wie isses denn?

Ja, wie isses denn … ich habe keine Ahnung. Einerseits ist es sehr lebendig, sehr anregend und mitreißend und dann auch wieder ganz schön deprimierend. Die Unterschiede zwischen den Stadteilen sind halt auch gravierend. Gestern war ich im Financial District und das ist einfach nur grausam, Anzüge und Kostüme und Touristen. Touristen, sind ja auch so ein Fall für sich, die fotografieren sich vor Straßenschildern, knipsen sich eintausendmal auf der Golden Gate Bridge, vor den alten streetcars, überall, …
Financial District und dann wieder Mission. Mission an den BART Stationen ist fuchtbar, auch das Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln muss wohl dosiert sein. Es sind eben viel mehr Leute unterwegs, die mit sich selbst sprechen (oder mit ihren Freisprechanlagendingern und ich kapier’s nur nicht), an den BART Stationen sind viele, viele, viele Öbdachlose und auch fast überall in der Stadt verteilt. Der Ton ist in einigen Gegenden viel rauher als ich es gewohnt bin und generell sind die Leute lauter. In vielen Bussen unterhalten sich aber auch alle, auch da kommt es scheinbar wieder auf die Gegend an. In Haight Ashbury (Higher) sind auch viele Obdachlose, aber die sind jünger und sie sind schon auch oft noch so ein bisschen auf Alternativ Style, sehen aber nicht minder fertig aus, es könnten aber auch „Aussteiger“ aus aller Welt sein;
Die Straßen sind hier unglaublich sauber, das wirkt in einigen Gegenden schon sehr steril und ich habe dauernd das Gefühl das Familienwerte und Sicherheit die Hauptthemen sind, sei es ein Schild im Schwimmbad, das Tauchen gefährlich ist, oder die Nichtraucherschilder- und Zonen überall … schwer zu sagen ob das stimmt oder ob es Paranoia ist.
Kirchen (architektonisch wertlos) sind hier schon viele zu sehen, sie fallen teilweise aber gar nicht auf; als ich mit irgendeinem Bus gefahren bin, habe ich an jeder Ecke – wirklich – eine gesehen, da war aber auch sonst nix zu sehen;
Der Haight Ashbury Bezirk hat so ein Hippie-Erbe und das wird kultiviert, in extra-bunten Fassaden, es wirkt sehr aufgesetzt; im Castro-Berzirk, wehen unglaublich viele große Regenbogen Fahnen, das ist auch irgendwie so plakativ, wobei ich den Regenbogen Fahnen dann ja noch was abgewinnen kann, sie stehen für was, der Hippie Kult steht für nichts.
Es ist hier viel gewöhnlicher mit fremden Menschen ins Gespräch zu kommen, das finde ich sehr symphatisch. Ich habe z.B. einen Schwimm-Buddy, ich glaube aber hier habe ich heute einen Etikettenfehler begangen. Man scheint dann schon recht schnell nach dem Namen zu fragen und irgendwie habe ich das was versäumt, na mal sehen, wie es morgen wird.
Ich glaube schon, dass SF sehr californisch ist, es hat schon so was leichtes, trotz dieser krassen Gegensätze hier, ich finde das aber schon den Wahnsinn und schwer auszuhalten … permanentes Kottbusser Tor, zumindest da wo ich eben gerade bin;
Sehr heavy und sehr easy. Was macht man als Tourist, wenn man keine Kamera und Videokamera dabei hat? Dinge sehen, vergleichen und entspannen und versuchen es sich gut gehen zu lassen.

California ist gleich DDR

Schwimmen bei den Anderen ist das Thema des Tages. Die Berliner Zeitung hat eine höchst amüsante Kolumne, global village, und sehr unterhaltsam war der Artikel über Schwimmen in Moskau. Ganz so anders ist es hier nicht aber anders genug!
Den Pool erst einmal zu finden, war nicht so leicht, denn die sind in so kleinen Häusern, auf kleinen Squares, ganz bunt und schreien nach Sozialarbeit. Es sind die Plätze, an denen auch die Kinder eingesperrt sind, zumindest die, die nicht woanders eingesperrt sind. Auf den Straßen sind die Kinder auf alle Fälle nicht. Die pools sind also ein Teil der nachbarschaftlichen Infrastruktur, neben den community Spielplätzen und Tennisplätzen, mit hohen Zäunen drum (aber nicht so hoch wie der Zaun im Neuköllner Freibad). Nun gut, ich stand dann also vor dem bunten Haus, hinter dessen Eingang ich den pool vermutete und habe versucht rauszukriegen, wann die geöffnet haben. Da hängen zwar Pläne, aber da stehen so 1,5 Stunden Sachen, das schienen mir doch Klassen zu sein, aber ich, ich will öffentliches Schwimmen! Weil ja alles abgeschlossen ist, ist da ja auch niemand zum fragen, aber dann kamen welche raus (Kinder) und ich bin ganz beherzt rein und habe es doch rausbekommen: Das Zauberwort heißt Lap swimming. Das ist keine Klasse, die die hohe Fertigkeit des Schoß-Schwimmens lehrt, nein, dies ist öffentliches Schwimmen, mit vorgegebener Richtung. Der erste pool, indem ich war, war in so einer Art Hinterhof, draußen und sehr klein (4 Bahnen), vielleicht 75 Füße lang, der zweite war drinnen und 100 Füße lang , 6 Bahnen. Vorgegeben ist hier die Schwimmrichtung mit Pfeilen, und es ist dieses ausgeklügelte System, das eine zeitlang auch im Stadtbad Mitte versucht wurde, rechts schwimmen und links überholen. Aus dem Westen kenne ich das nicht und sie haben es dann auch bald aufgegeben, weil so Leute wie ich es halt erst nicht gerafft haben. Wie dem auch sei, hier lebt das Prinzip! Die Schwimmrichtung ist mit Pfeilen gekennzeichnet und die Geschwindigkeit ist ebenfalls eingeteilt, man kann sich einordnen in langsam, medium und schnell. und dann schwimmt man schön seine etappen. Der ganze Spaß dauert dann 1,5 Stunden, aber man darf später kommen und auch früher gehen.
Califonien ist ja pleite und das kann man hier gut sehen. So stelle ich mir öffentliche Schwimmbäder der DDR vor, genau so (ich war nie in einem, leider, aber damals war ich noch nicht so auf Schwimmen). Es ist schon ziemlich abgeranzt alles. Wie dem auch sei, finden sich hier die üblichen Regeln an den Wänden, die wirken auch so massiv, weil sie ach auf Spanisch zu finden sind und es sitzen drei Menschen am Kopf des pools, mit unbewegten Gesichtern und schauen uns zu beim Schwimmen und dass wir auch alles richtig machen und nicht ertrinken , ja ja be SAFE. Duschen soll man nur drei Minuten, ich glaube ich habe ein bisschen überzogen, aber es ist nichts schlimmes passiert. Übrigends wechseln die kein Geld am Eingang, man muss also 4$ parat haben um reinzukommen, in den Bussen wechseln die auch nicht, btw.
Nach 1,5 Stunden ist es dann vorbei und dann werden hier wohl wieder die Kinder eingesperrt.

Ich habe die amerikanische Hölle gesehen

Ich habe den besten Campingplatz so far gefunden. Ich sitze auf einem schönen Rasenstück. Vor mir mein kleines ausgeliehenes Igluzelt und direkt daneben mein schickes rotes geliehenes Auto. Der Campingplatz ist so schön, dass ich hier direkt zwei Nächte gebucht habe, naja, gerne hätte, ging aber nicht: Erst die eine, dann die andere. Bald bricht die zweite an, auf dem bisher perfektesten Campingplatz. Dazu muss ich sagen, dass ich alleine reise und nicht auf einem back-to the-nature-trip bin, sondern schlicht Geld sparen will. Aus dem Grund habe ich auch nur das nötigste Equipment: Zelt, Schlafsack und Isomatte. Vor mir also das geliehene Zeug und davor der Highway 1. Mit davor meine ich: 7 geschätzte Meter. Hinter mir: die Eisenbahn, die ist ja nicht so gut ausgebaut, darum fahren hier nur sehr selten Züge. Hinter mir heißt: geschätzte 3 Meter. Ich habe meine eigene Bank und einen Tisch und eine Feuerstelle und einen eigenen Grill. Eigentlich wollte ich mir heute mein eigenes ganz privates Feuerchen machen, aber ich habe dann doch vergessen Feuerholz zu kaufen, sammeln darf man hier nicht. Hier ist sowieso das Paradies der darf-man-nicht, darf-man-nur-so-und-so Schilder, auf deren Überwachung die California State Park Leute achten, die tragen braune Uniformen mit süßen Bären drauf. Hier ist man wirklich sicher. Sehr zugute kommt mir das beim Auto fahren. Ich kann hier schön langsam fahren, ohne dass mich jemand anhupt und kann meine Wege suchen, wobei ich trotzdem schon das eine oder andere mal ungewollt auf dem Freeway gelandet bin. Aber das Tempo ist sehr gemächlich, das ist wirklich gut und familienfreundlich und auch Elke-freundlich.
Ach, ich fühle mich gerade viel besser, ich habe halt heute noch nicht so wirklich viel gesprochen, nur über die Bedeutung von halfzware, wenn ich mich recht erinnere. Die Nachbarn rechts von mir, sehr nah, das sind hier so Parzellen, haben eine schöne Zeltgrenze zu mir errichtet, eine große Familie. Die Nachbarn rechts von mir, sind noch recht jung und hören Beatles und diese Jungs mit den Socken über den Schwänzen deren Namen ich gerade vergessen habe, die haben keine Grenze gebaut. Der Campingplatz hat Klos, warme Duschen und als Highlight einen Pool! That’s it. Und damit meine ich: That’s it. Keine Campingplatz-Pinte und das heißt, auch keinen Ort an dem man morgends seinen Kaffee kaufen kann und hätte ich das vorher gewusst, hätte ich doch mehr mitgebracht. Der Campingplatz ist darum so perfekt, trotz des romantischen Autoverkehrs, weil er zumindes eine Kleinstadt in der Nähe hat, also Kaffee in erreichbarer Nähe und damit meine ich natürlich in erreichbarer Auto-als-Verkehrsmittel Nähe. Please, wir sind hier in den USA und hier auf diesem Campingplatz sind fast alle Klischees erfüllt. Zu den Klischees gleich, erst noch kurz zur Natur: In der ersten Nacht hatte ich mit racoons zu dealen, dafür gab es extra Bären locker, damit die ihre Essensgier nicht befriedigen können und sich durch dein Zelt nagen. Ich habe mich wacker geschlagen, Ohrenstöpsel rein und gut ist. Die zweite Nacht bin ich im Motel gelandet (das wollte ich aber auch unbedingt, und das war mein erstes Hello-Amerika-Erlebnis, endlich mal ordentlich Fahnen, nicht so wie in diesem unpatriotischen San Francisco). Aber ich bin ja gerade bei der Natur, und da darf die dritte Nacht nicht fehlen, in der ich mich mit Stinktieren rumschlagen durfte, die kamen in Scharen aus dem Gebüsch hinter mir gekrochen und der einzige Tip, den mir der Ranger geben konnte, war, laut in die Hände klatschen und dann gehen sie wahrscheinlich. Das Problem war aber, dass ich mir so gar nicht vorstellen konnte im Zelt zu liegen, während skunks um selbiges rumstreifen und ich rede hier nicht von einem, ich rede von gefühlten zehn, da haben mir auch die Ohrenstöpsel nicht geholfen. Ich habe dann auf dem Auto-Rücksitz geschlafen. Hier gibt es keine Tiere, zumindest keine unbekannten. Hier gibt es Hunde, wie auch in SF, Hunde, Hunde und nochmals Hunde, aber kein Hundekot. Das wird schön aufgesammelt, überhaupt ist es so unglaublich sauber überall, dass ich mich oft nicht traue, meine Kippe auf die Straße zu werfen. Die Hunde und Hündchen werden an der Leine über den Campingplatz geführt, von diesen Menschen, die in diesen Monsterwohnwagen wohnen. Damit meine ich Monsterwohnwagen, wie Reisebusse, so groß sind die. Die erinnern mich an Barbie-Spielzeug, da konnte man früher auch immer so ganz viel ausklappen und einklappen. Das Rennen bisher hat der gemacht, der an einer Front komplett verglast ist, mit Jalousien selbstredend. Auch klar, dass die Dinger kleine Terrassen zum Ausklappen haben und dass es sogar eine Regel gibt, die besagt, dass Fußmatten nicht größer als soundso sein dürfen und ich verstehe das jetzt. Ganz viele von denen sind sehr hübsch dekoriert, mit einem Schild auf dem steht wer da wohnt, und Blumenarrangements und einer Fahne. Einer hatte auch einen Fernseher so eingebaut, dass man fernsehen kann, wenn man draußen sitzt, wahrscheinlich gibt es dann zwei Fernseher, weil dass drinnen keiner ist, kann ich mir nicht vorstellen. Es ist ja nicht so, dass europäische Campingplätze nicht auch krass sind, aber ich war lange auf keinem und das hier toppt einfach, die Größe – I guess.
Ich habe einfach auch schon länger in der Stadt gewohnt, so dass ich dauernd das Gefühl habe, hier ist alles auf Auto fahren ausgerichtet. Aber das stimmt wohl so auch nicht. Wenn ich daran denke, wie das in Bischofsheim war, würde Bischofsheim am Meer liegen und hätte einen Campingplatz, es wäre so ähnlich. Da war auch nicht an jeder Ecke ein Café und ich überlege die ganze Zeit ob es da überhaupt ein andere gab als die Eisdiele Venezia.
So weit – so strange. Sharing mit meinem Computer gibt mir ein Gefühl von weniger Einsamkeit. Ich habe auch gerade die vier Buffy comics gelesen, das geht’s ja auch dauernd um diese Einsamkeit. Ich wäre gerne tiefer in das Buffyverse eingetaucht, aber da war’s auch schon wieder vorbei mit der Geschichte und sie scheint ja zu Ende zu sein.

cafe jenseits

ich habe ja eine verabredung mit dem cafe jenseits.
einem theaterlaboratorium welches ‚das leben im angesicht des todes feiern‘ bespielen und in kunst verwandeln will und wird. da freue ich mich schon drauf.
am mittwoch gehts los und dann bin ich bis ende august im mühltal bei darmstadt.
ich bin jetzt seit etwa sieben jahren in berlin, seit sieben jahren hab ich kein theater mehr gemacht… das ist also ein rückgriff und ein anknüpfen an altes, was vor dem thema des projektes mehr als passend ist. mal sehen ob ich da zum berichten kommen werde.
mein flamingo pinkes tool nehme ich auf jeden fall mit damit ich berichten kann.

eine kleine ergänzung:
die probenzeit für das projekt ist ja nur knapp zwei wochen, wobei die ja recht konzentriert sein werden: zwei wochen zusammen leben, essen und theatern. deswegen gab es aber vorher schon ‚arbeitsaufträge‘ zum einstimmen.
für ein paar der gesanken habe ich ein blog zum verschriftlichen gewählt, wo ich vielleicht auch weiter berichten werde, wenn denn zeit dazu sein wird.
http://afterlifedance.twoday.net

aus dem operation mode raus

Also gut, ich habe jetzt meine Schlafposition bis auf die letzten zwei Tage hier gesichert, das war nicht so leicht. Ich war irgendwie seit Tagen am rumchecken und telefonieren und Zimmer ankucken. Ich bin jetzt bei einem sehr netten Frauenpaar untergekommen, mit einem wunderschönen backyard und und im Wunschbezirk Mission, der schon am ehesten Neukölln ist, von dem was ich bisher gesehen habe. Aber eigentlich ist das Quatsch, er ist ähnlich was den gentrification Kram angeht, bezogen auf Straßenleben ist er wie Kottbusser Tor unten, evtl. ohne Drogen (?!) und was die Kneipen und Clubs angeht wie Mitte …. oder so. Aber apropos Drogen: Zigaretten sind böse. Hier raucht wirklich niemand, nur abends vor den Kneipen. Und in Berkeley wurde ich tatsächlich sehr freundlich von so einer Art Ordnungsamtsfrau darauf hingewiesen, dass ich doch bitte nicht rauchen soll (ich war draußen, vor der U-Bahn und nicht mal da wo viele Leute waren), Berkeley will ganz rauchfrei werden oder so. Und die Freundlichkeit … wow …. die Grenzwächter waren ultrafreundlich und haben mich ganz kumpelhaft ZWEI mal ausgequetscht was ich denn in den USA mache, so ganz nebenbei und plauschig, während ich meine Fingerabdrücke abgegeben oder eingegeben (was macht man mit Fingerabdrücken?) habe. Ich war irgenwie verdächtig, weil ich so lange bleibe. Und man muss schon vor dem Abflug angeben wo man bleibt, ein bisschen wie Israel, fand ich, nur dass mir das vorher niemand gesagt hat.
So long

tough

was mich schwer beeindruckt ist die kälteunempfindlichkeit der SFranciscaner und innen. als ich hier ankam, abends um 9 oder so (für mich war es morgends um 7 oder so), war hier eine stimmung wie im november (nebel und dunkel) und die temperatur mindestens wie im oktober. im moment ist es auch gerade so … aber heute mittag war ich in berkeley und da war es heiß. die letzten tage hier war es meistend sehr schön aber irgendwie seltsam … heiß und gleichzeitig ein kalter wind.

auch beeindruckend sind die kamikaze skateboarder und die fahrradfahrer, es sind hier fiese berge zu bewältigen … die autofahrer sind ALLE herzchen, fussgängerfreundlich und langsam, schön langsam. drum habe ich mir auch für die nächste woche ein auto geliehen und werde mich auf einen road trip begeben, in den süden californiens. was toll ist, ist das permanente „howdi“ – na ja, wenn ich ehrlich bin ist es auch ein bisschen nervig – aber doch, toll diese freundlichkeit. wenn ich verzweifelt nach einem taxi suche und dann mal wen frage, kriege ich direkt eins gerufen. keiner fragt mich woher ich komme und warum mein englisch so schlecht ist … es wird einfach akzeptiert . Ich habe heute schon zwei Komplimente bekommen, so viel wie in den letzten zwei Jahren nicht und endlich habe ich auch rausbekommen das mocca latte kein latte machiato ist, sondern schoko schlonze mit ein bisschen kaffee. überhaupt die kaffe portionen hier sind der hammer, wenn das lieblingsgetränk der deutschen kaffee ist, dann ist es aber hier mindestens 10 mal so sehr der liebling, ich kann da dann irgendwann nicht mehr und das will was heißen. so, und jetzt muss ich leider schluss machen für heute

blödes politik gemotze

Ich muss wohl damit anfangen, dass es meines Erachtens in der wissenschaftlichen, publizisitischen und aktivistischen deutschen Linken eine (das immer noch schenke ich mir mal und nehme jetzt erst mal Abschied von einem teleologischen Optimismus) ernste Schieflage besteht hinsichtlich der Arbeitsteilung. Es gibt noch immer die harten und richtig politischen Jungsthemen (ja, ich bin re-dekonstruktivistisch hier, leider ja) und die weichen Mädchenthemen. Eine kleinere Abweichung stellt hier der Themenkomplex Antisemitismus dar, aber auch nur, weil er mithilfe starker Männerarme ganz wunderbar in die Kapitaltheoreimaschine eingepasst wurde (die ich auch leider wirklich nicht so ganz verstehe). Wenn es um Fragen von Antisemitismus und Verknüpfungen mit Sexismus geht, haben wir wieder eine schöne Trennung.

Diese Arbeitsteilung findet sich nun auch in der Zeitung „jungle world“ wieder. Hat sie doch in den 90er Jahren sehr vielversprechend angefangen und mir doch so etwas wie ein politisches zuhause geboten (einen Anspruch, den zu erfüllen die Zeitung sich wehrt) hat sich dann aber sehr schnell wieder gezeigt, dass das zuhause ein zu enger Raum ist. Wenn es um Fragen von Rassismus und Sexismus ohne Antisemitismus und auch ohne Staat und schnickes (also eher die mikropolitische Subjektebene) ging, hat sich die „jungle world“ doch sehr zurückgehalten. Das Verdienst war zweifelsohne, vielen anti-nationalen und anti-deutschen Linken ein Forum zu geben aber leider passiert seitdem auch nicht mehr viel. Aus irgendwelchen Gründen ist das Selbstbild aber immer noch das der großen Tabubrecher und das bleibt mir rätselhaft.

Der Aufhänger meiner Gedankengänge ist die nicht mehr ganz so aktuelle Ausgabe der „jungle world“ Nr. 26 vom 26. Juni 2008 mit dem schönen Titel „Bissu schwül oder was?“ „Homophobie unter Türken und anderen Deutschen“. Der Leitartikel von Ivo Bozic nennt sich „Das große Schweigen“. Damit ist gemeint, dass die Linke schweigt, wenn es um die Homophobie unter türkischen Deutschen geht. Dieses Scbhweigen zu brechen hat sich die „jungle world“ jetzt wohl auf die Fahnen geschrieben.

da habe ich irgendwann mal angefangen und nicht weitergeschrieben, dann wird’s jetzt halt mal veröffentlicht, sei’s drum

jetzt seit einer woche in sf

Ich bin jetzt schon/erst eine Woche in San Francisco unbd ja überhaupt das erste mal in den USA. Und ich habe eine SFranciscische cell-phone nummer, seit gestern. Ja, das war notwendig, weil alle Menschen mit denen ich bisher in Kontakt getreten bin irgendwie pikiert waren, dass ich telefonisch nicht erreichbar bin. das hat dann auch mein super flaches und super leichtes eee-netbook nicht wett gemacht. (Ja, Alienne, das eee von Asus ist es geworden). Ich bin eh so ziemlich die einzige, die nicht permanent einen knopf im ohr hat und mindestend drei geräte (cell-phone, i-pod und was weiß ich was noch alles) am start. Ich fühle mich so unterentwickelt. Bisher bin ich ziemlich am rumchecken, wo bleibe ich, was mache ich, usw. aber die Stadt ist nicht so schwer zu begreifen- rein geografisch. Alles andere ist irgendwie anders und doch nicht. Die Stadt ist wirklich pretty aber auch schon heftig, viele gestalten die so rumhängen. mit meiner – och ich brauch jetzt mal ein bier – weißen und ideologisch und macht und rein und wieder aus mir rausgeht dingsda Seinsweise, ist das ganz schön seltsam und neu alles. und das wetter …. und die vielen hunde … und die sache mit dem rauchen …






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